Samstag, 29. November 2014

Warme Temperaturen fördern den Schmelz-, aber auch den Stabilisierungsprozess der Schneedecke

Dieses Wochenende starten weitere Skigebiete in die Wintersaison - leider bei meist sehr dürftiger Schneelage.

 

Wirklich ausreichend Schnee liegt derzeit nur in  den Regionen entlang des Alpenhauptkammes oberhalb etwa 2000m. Entsprechend tolle Bedingungen findet man deshalb in unseren Gletscherskigebieten!

 

Die Gesamtschneehöhenkarte unterrepräsentiert derzeit die Schneehöhen entlang der Zillertaler Alpen, da die für die Kartenerstellung herangezogenen Wetterstationen meist in mittleren, schneearmen Höhenlagen liegen.

 

Blick von der Wanglspitze Richtung Hintertuxer Gletscher - Zillertaler Alpen - am 29.11.2014

 

Inzwischen konnten wir uns auch in größeren Höhen ein gutes Bild über die Schneedeckenbeschaffenheit machen, welches mit Rückmeldungen von Bergführern übereinstimmt: Die Schneedecke ist derzeit verbreitet gut aufgebaut. Bedenkliche Schwachschichten konnten wir in letzter Zeit keine finden. Dort, wo bei Stabilitätstests Brüche aufgetreten sind, kam es nie zu Bruchfortpflanzungen, was als gutes Zeichen zu werten ist.

 

Auffallend sind derzeit dünne Eislamellen, die sich an bzw. knapp unterhalb der Schneeoberfläche um den 25.11. gebildet haben. Diese findet man am ehesten in einem Höhenbereich zwischen etwa 2300m und 2900m (teilweise vermutlich auch höher?) meist im Sektor WNW über N bis ONO tendenziell häufiger vom Wipptal westwärts. Wir sind sehr an Informationen über solche Eislamellen interessiert, da sich in deren Bereich mitunter im Laufe des Winters Schwachschichten ausbilden könnten. Somit unsere große Bitte: Solltet ihr Eislamellen beobachten, dies bitte via mail an lawine@tirol.gv.at mit Angabe des Ortes, der Höhe und Exposition schicken. Herzlichen Dank dafür!!!

 

Dünne Eislamelle an der Schneeoberfläche, Pockkogel - Nördliche Stubaier Alpen; (Foto: 26.11.2014)

 

Lawinenabgänge sind derzeit eher unwahrscheinlich.

 

Triebschneepakete, die um den 20.11. störanfällig waren, sind inzwischen kein Thema mehr: Hier ein Bild eines Schneebrettabgangs vom 20.11. unterhalb der Stubaier Wildspitze - Südliche Stubaier Alpen - mit glimpflichem Ausgang (Foto: 24.11.2014)

 

Am ehesten muss man in den schneereichen, hoch gelegenen Gebieten mit vereinzelten Gleitschneelawinen aus steilen Wiesenhängen rechnen.

 

Verwalltal - Südliche Ötztaler Alpen; (Foto: 25.11.2014)

 

Hier noch ein paar Impressionen der vergangenen Tage…

 

Blick vom Tiroler „K2“ im Pitztal - Südliche Ötztaler Alpen - Richtung Osten (Foto: 24.11.2014)

 

Am Weg Richtung Längentaler Weißerkogel - Nördliche Stubaier Alpen - bei anfangs noch sehr dürftiger Schneelage (Foto: 25.11.2014)

 

Blick unterhalb des Pockkogels - Nördliche Stubaier Alpen - Richtung Nordwesten (Foto: 26.11.2014)

 

Fortschreitende Ausaperung im besonnten Gelände, Saile - Nördliche Stubaier Alpen; (Foto: 24.11.2014)

 

Zwar liegt auf den Gletschern entlang des Alpenhauptkammes bereits einiges an Schnee (meist um 1,50cm), dennoch heißt es gerade jetzt im Frühwinter besonders auf mangelnde Spaltenüberdeckung zu achten! Südliche Stubaier Alpen; (Foto: 24.11.2014)

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